Der
weltweite Nahrungsmittelmangel nimmt immer drastischere Formen an.
Das ist die Meinung der Experten. Und die Lebensmittelpreise werden
weiter steigen. Ursachen
sind, wie wir wissen, der wachsende Wohlstand in den Schwellenländern
(Fleischproduktion), die Zunahme der Weltbevölkerung, die steigende
Nachfrage nach Biosprit (Energiebedarf), der Klimawandel (Ernteausfälle),
die Verringerung der Anbauflächen durch Erosion und Wachstum der Städte
(Landflucht), zunehmende Industrialisierung
u.a.
So
haben sich z.B. die Weizenpreise innerhalb eines Jahres nahezu
verdoppelt. Auch andere Agrarstoffe werden dramatisch teurer. Doch
Herr Michael Müller von der Fondsgesellschaft Union Investment weiß
Rat: Anleger können sich absichern, indem sie
in Rohstofffonds investieren. Denn der Wert dieser Anteile
steigt ständig. Langfristig kann da gar nichts passieren, dessen
ist sich Herr Müller sicher.
Und wer bezahlt das eigentlich? Ganz klar: alle Anderen.
E.U., Quelle: Berliner Zeitung vom 3.3.08
Biokraftstoffe
Eine gewisse Nutzenkonkurrenz
Aus einem Interview
des TAGESSPIEGEL mit der Staatssekretärin Ursula Heinen vom
Landwirtschaftsministerium anlässlich der Grünen Woche:
Frage: Landwirte, die Energiepflanzen produzieren, erhalten
2.000,-Euro je Hektar. Bauern, die auf Öko umstellen wollen, gerade
mal 137,-Euro. Fördern Sie nicht damit auch die Rückkehr zur
Massenproduktion?
Antwort: Ohne erneuerbare Energien werden wir unseren Energiebedarf
künftig nicht decken können… …Eine gewisse Nutzenkonkurrenz
von Energiepflanzen und Lebensmitteln ist dabei unvermeidlich.
Wir verweisen
in diesem Zusammenhang auf einen Kommentar aus dem Tagesspiegel, Berlin,
18.01.2008
mit dem Titel:
"Wie
grün ist die Grüne Woche?"
Brot essen oder Auto fahren?
Die Getreidepreise
haben sich rasant erhöht, seitdem große Länder wie China und
Indien auf Grund des Futterbedarfs für ihre Fleischproduktion die
Nachfrage antreiben und die EU von ihren Marktinterventionen
ablässt. Hinzu kommt eine schlechte Ernte in der Ukraine und in
Australien sowie die starke Ausweitung der
Energiepflanzenproduktion.
Angesichts wachsender Weltbevölkerung und unverminderter
Hungersnöte in weiten Teilen der Welt halten wir es für
einen Anachronismus, die Hoffnung auf nachwachsende Rohstoffe zur
Deckung des Energiebedarfs zu setzen. Auf die Dauer werden wir nicht
umhin können, uns einzuschränken. Wenn Politiker uns weismachen
wollen, wir könnten unseren Lebensstandard mit allem Überfluss und
aller Verschwendung halten, so sprechen sie wider besseres
Wissen.
E.U.
Zu diesem Thema
zitieren wir aus einem Kommentar der F.A.Z. vom 7.12.07:
„Hierfür fällt in den Tropen noch mehr Regenwald den Kettensägen
zum Opfer, und auf den Feldern Europas, Amerikas und Asiens verdrängt
die subventionierte Produktion von Biokraftstoffen den Anbau von
Lebensmitteln. Als Folge steigen die Preise von
Grundnahrungsmitteln, was die Ärmsten besonders trifft. Die
Begeisterung für Biokraftstoffe ist auch deswegen ökologischer
Wahnsinn, weil man für die Herstellung von nur einem Liter
Bioethanol 4560 Liter Wasser benötigt. Wasser ist kostbarer als Öl,
und die Landwirtschaft ist der größte Wasserverbraucher, zahlt
aber kaum Geld dafür. Das mag im Interesse von Politikern sein,
welche ihre Landwirte mit Subventionen ködern, die sie nicht vor
der Welthandelsorganisation rechtfertigen müssen. Doch das nutzt
weder Mensch noch Umwelt“.