Killervirus dank Massentierhaltung
Die Angst vor BSE ließ die Europäer vor Entsetzen erstarren doch dieses Risiko verblasst vor der Gefahr, die nun von der in Asien grassierenden Geflügelpest ausgeht. Seinen Feldzug begann das Geflügelpest-Virus wie üblich als ganz harmloser Schnupfen. Doch es ist sehr mutationsfreudig: Während es sich von Tier zu Tier ausbreitet, kann es schließlich als „Killervirus" zum Massensterben der Geflügelbestände führen. Für diesen Vorgang sind Massentierhaltungen das ideale Terrain: Die Tiere stehen dicht an dicht zu Tausenden und haben wegen der unnatürlichen Haltung ein außerordentlich geschwächtes Immunsystem. In Asien werden in unvorstellbarem Ausmaß Enten und Hühner gemästet So ist Thailand z.B. weltweit der viertgrößte Geflügel-Exporteur, die Inland-Nachfrage ist auch gewaltig. Kein Wunder, dass länger als zwei Monate versucht wurde, die Seuche zu verheimlichen. Erst Ende Januar wurden Maßnahmen ergriffen, als die Seuche bereits in zehn Ländern tobte. Eine furchtbare, unmenschliche Kampagne zur „Auslöschung" der Geflügelbestände ist nun im Gange. Der Import von Mastgeflügel und nun endlich auch von Ziervögeln in die EU wurde eingestellt. Denn als Reservoir dienen dem Virus verschiedene Vogelarten, und auch Schweine, über die es Geflügel infizieren kann. Lange Zeit bleibt die Seuche unauffällig - meist bis sie eine Massentierhaltung erreicht! Es weiß also kein Mensch, ob die Epidemie auf Asien beschränkt bleibt.
Tückisch ist, dass auch Menschen von diesem Virus angesteckt werden. Dieses könnte sich mit dem menschlichen Influenzavirus zu einem neuen Krankheitserreger verbinden, da beide Virenarten enge Verwandte sind und einen tödlichen Feldzug von Mensch zu Mensch beginnen.
Mit dieser Angst im Nacken werden nun Millionen Hühner und Enten in Säcke gestopft und lebend vergraben oder verbrannt. Allein die nun schon weltweit zum Standard gewordene industrielle Massentierhaltung ist unmenschlich. Die dadurch zwangsläufig immer wieder auftretenden Seuchen werden mit nicht zu überbietender grauenvoller Brutalität bekämpft - mit dem Zweck, auch in Zukunft den Einen fette Profite zu sichern, den Anderen die Möglichkeit, viel zu viel Fleisch zu Billigstpreisen zu essen. Was nebenbei eine ungeheure Verschwendung an pflanzlichen Nahrungsmitteln bedeutet - ein Wahnsinn angesichts einer rasant anwachsenden Weltbevölkerung!
Februar ´04 Karin Ulich