Experten
korrigieren Irrtum
Das Influenza-Virus des Subtyps H1N1 scheint bei der zur Zeit in
Mexiko grassierenden Grippewelle eine Hauptrolle zu spielen. Nicht
nur das Alltagsleben in Mexiko-City ist völlig aus den Fugen
geraten, selbst weltweit sind die Gesundheitsbehörden in
Alarmbereitschaft. Denn es hieß, es hätte sich eine neue
Schweine-Mensch-Virenmutante gebildet, die eine Pandemie verursachen
könnte.
Doch diese Schreckensmeldung stellte sich mittlerweile als falsch
heraus:
Recherchen des Wissenschaftsforum Aviäre Influenza haben ergeben,
dass es sich nicht um ein neues gefährliches Virus handelt, das aus
einem Schweine- und einem Menschen-Influenzavirus neu mutiert ist.
Es handelt sich ursprünglich um einen Schweine-Grippevirus, der
sich offenbar aus Genen von zwei amerikanischen Schweine-Influenzastämmen
rekombiniert hat, die seit Jahrzehnten bekannt sind. Auch Experten
in anderen Ländern kamen nach gründlicher Analyse inzwischen zu ähnlichen
Erkenntnissen.
Im
übrigen verlief von den bisher bekannt gewordenen Fällen nur in
Mexiko ein Teil lebensbedrohlich und in einigen Fällen sogar tödlich.
In allen anderen Ländern, in die dieses Virus von Reisenden aus
Mexiko eingeschleppt wurde, verlief die Grippe nur mit leichten
Symptomen. Eine Weiterverbreitung von Mensch zu Mensch wurde in
diesen Ländern bisher nicht sicher nachgewiesen.
In Mexiko-City herrscht seit März eine ungewöhnliche Trockenheit,
die Luftfeuchte betrug zeitweise nur 16%. Diese Witterung reizt die
Atemwege, so dass die Menschen, die zudem mit einer massiven Abgas-
und Feinstaubbelastung leben müssen, äußerst gefährdet für
Atemwegserkrankungen wie Bronchitis, Lungenentzündung und Grippe
sind. Das kann den schweren Verlauf der Atemwegserkrankungen erklären.
Die kommentierte Recherche finden Sie auf der Homepage www.WAI.netzwerk-phoenix.net
Im Namen des Wissenschaftsforums Aviäre Influenza
i.A. Karin Ulich
Mai
2009