Tier & Mensch e.V.

Zur Vogelgrippe
(Stand 16.05.06)
Klingt es nicht hoffnungsvoll, dass die meisten Federtiere wieder raus dürfen? Doch der Schein trügt: Die aktuelle Verordnung besagt, dass Geflügel grundsätzlich der Stallpflicht unterliegt und nur mit Ausnahmegenehmigung und Auflagen raus darf. Jederzeit kann es wieder heißen: Stalltür zu! Damit wird die bäuerliche Freilandhaltung allmählich in den Ruin getrieben.
Es ist ein Akt unakzeptabler Willkür, der an Diktatur erinnert, denn es gibt keine logische Begründung für diese Verordnung: Am Bodensee ist von den wintergeschwächten, gestorbenen Vögten nur ein Prozent mit dem H5N1-Virus gefunden worden, und zwar vor der Rückkehr der Zugvögel. Es ist nicht mal wahrscheinlich, dass die Geflügelgrippe die Todesursache war. Zugvögel haben das Virus jedenfalls nicht gebracht, Ornithologen können das belegen.
Dagegen war der Herd einer Infektion weltweit immer in Massentierhaltungen, wo die auf Grund ihrer abartigen Zucht und Haltung schwächlichen und extrem gefährdeten Tiere schon bei geringer Dosis von Infektionserregern erkranken und sterben wie die Fliegen. In solchen Beständen vermehrt sich das Virus explosionsartig und könnte zur Gefahr für den Menschen werden! Also müsste die Massentierhaltung von Nutztieren verboten, Freilandhaltung dagegen mit allen Mitteln gefördert werden. Doch die Geschäftsinteressen einiger weniger, weltweit agierender und sehr reicher Geflügel- Fabrikanten haben die Politiker fest im Griff und wollen mit ihrer Hilfe die lästige Konkurrenz los werden. Niemand sollte sich durch Billigangebote tierischer Produkte aus Fabriktierhaltungen zum Kauf verleiten lassen. Jeder sollte dazu beitragen, sich gegen dieses himmelschreiende Unrecht zur Wehr zu setzen.
Karin Ulich, Sigmarszell (Juni 06)
Freilandhaltung bei Vogelgrippe?
Biolandhof Hohenbrück - Geflügelhaltung -
Schutzmaßnahmen Vogelgrippe -(Stand 21.10.05)
Auf unserem Hof werden Legehennen, Masthühner und Gänse nach den Richtlinien des Verbandes Bioland gehalten.
Bisher waren alle Tiere tagsüber auf Grünflächen im Freiland. Durch behördliche Anordnung wurde ab 22.10.05 Stallpflicht für alle Geflügelarten verfügt. Wir halten diese Anordnung für sinnvoll und werden sie genau befolgen. Demnächst führen wir auch einen Bluttest durch.
Die Einführung der Stallpflicht war in den letzten Monaten vorauszusehen, so dass wir uns durch einen Stallneubau (Sept./Okt.) darauf vorbereiten konnten. Alle Tiere werden ab heute (21.10.05) in den Ställen gehalten. Die Lüftungsfenster sind mit engmaschigen Drahtgittern gesichert, ebenso das Futterlager.
Es tut uns leid, dass unsere Tiere vorübergehend nicht in die Freiheit dürfen. Wir haben aber auch vorher schon auf den "Wohlfühlfaktor" großen Wert gelegt und halten bei den Hühnern grundsätzlich nur 4 Tiere je m2 Stallgrundfläche, obwohl auch bei Bioland 6 Tiere je m2 üblich sind. Unsere Tiere haben daher auch jetzt viel Bewegungsraum. Sie scharren in der Einstreu, die ständig aufgefrischt wird und es gibt keine Probleme. Die Tiere sind gesund und die Nachfrage nach unserem Geflügelfleisch und Eiern ist gut.
Die Gänseherde haben wir in 4 kleinere Herden geteilt und in getrennten Ställen untergebracht. Die Gänse sind dadurch relativ ruhig und können leichter versorgt werden. Allerdings erhalten sie kein Grünfutter mehr und bekommen nur noch Biogetreide (überwiegend Hafer), Stroh, Sand und Wasser. Es geht ihnen gut. Sie laufen weniger und führen ein "faules Leben". Sie sind jetzt über 4 Monate alt und fast schlachtreif (federreif). Ab 09.11.05 beginnt die Schlachtung.
Mit der vorherrschenden Situation sind wir nicht ganz glücklich, aber wir kommen damit zurecht. Wir freuen uns auf den Tag, an dem unsere Tiere wieder in die Freiheit dürfen.
Der Verkauf ab Hof, auf dem Kollwitzplatz und Domäne Dahlem in Berlin läuft wie gewohnt weiter. Bestellungen für Gänse und Masthähnchen werden entgegengenommen.
(Tel. 035473/616)
Fam. Paetsch - Rebotzke
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