Vom Wahnsinn unseres Fleischkonsums
Was ist los? Es
brodelt! Mit einem Mal lesen wir lange Artikel über den unmäßigen
Fleischkonsum. Über die Gefahren der Massentierhaltung, der
Umweltzerstörung, der Verschwendung von Pflanzennahrung.
Titelgeschichte im STERN. („Esst weniger Fleisch!"). Drei
Seiten im SPIEGEL. Langer Artikel in der ZEIT. Meldungen, Kommentare
und Berichte in fast allen größeren Zeitungen. Man könnte fast
von einer Kampagne sprechen. Anlass ist das Buch von Foer, das schon
Beachtung fand, bevor es bei uns überhaupt erschien. Das freut uns
natürlich sehr. Aber haben nicht alle Tier-, Natur- und
Umweltschutzverbände seit Jahrzehnten dieses Thema behandelt? Wurde
nicht unermüdlich agitiert, informiert, demonstriert? Natürlich
sind einige Erfolge zu verzeichnen. Die Zahl der BIO-Betriebe stieg
ebenso wie die Anzahl der Vegetarier. Es gibt mehr Naturkostläden.
Aber der Fleischkonsum blieb insgesamt unverändert, die
Fleischproduktion in Deutschland nimmt massiv zu. Auf diese Weise
kommen wir auch in hundert Jahren kaum weiter. Es ist eine Illusion
zu glauben, dass die menschliche Einsicht grundlegende Veränderung
bewirken könnte. Doch grundlegende Veränderungen sind dringend
erforderlich.
Nur die Politik kann
da was ändern. Nur durch Gesetze ließe sich der dringend nötige
Wandel herbeiführen.
Warum nicht eine
Fleischsteuer? Warum nicht die Massentierhaltung verbieten? Warum
nicht die Agrar-Subventionen für Tierfabriken abschaffen? Warum
nicht die Exporterstattungen für Fleisch und lebende Tiere
streichen? Warum nicht die Haltungsrichtlinien für Nutztiere verschärfen?
Fragen Sie mal einen
zuständigen Politiker. Der lacht Sie aus und sagt: „Geht
nicht“. Nichts „geht". Warum aber „geht" so was auf
anderen Gebieten? Hohe Benzinsteuern, strenge Verkehrsregeln,
Gesetze zur Hygiene und Gesundheit, zum Umweltschutz - das alles
geht. Bei der Massentierhaltung „geht's nicht"? Es ist die
Feigheit der Politiker, denn so dumm sind sie nicht, dass sie das
nicht alles wüssten.
Ernst Ulich
(September 2010)
Die
Politiker sind es, die wir bearbeiten müssen.
Setzen wir ihnen ordentlich zu, bedrängen wir sie
mit Briefen und Anfragen.
Lassen wir nicht locker! Gegenwehr ist möglich!
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